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BTB Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im DBB - Beamtenbund und Tarifunion in Hessen
BTB-HESSEN
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Arbeitsschutz - Darf es noch weniger sein?

Mitgliederversammlung der Fachgruppe Arbeit & Umwelt im BTB Hessen am 14.06.2007

Fast schon traditionsgemäß hielt die Fachgruppe Arbeit & Umwelt im Sitzungssaal des Bürgerhauses Fernwald-Steinbach ihre Mitgliederversammlung ab. Die Anwesenden wurden ausführlich über die Aktivitäten unterrichtet. So wurde erheblich am Erscheinungsbild und der Präsentation des BTB gewirkt. Neben Werbeartikeln und Fahnen wurde auch ein Papier mit den Positionen des BTB Hessen erarbeitet, welches gerade im Rahmen des Auftakts zur Reform des Dienstrechts beim Kongress in Wiesbaden allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an die Hand gegeben werden konnte.

Der Fachgruppenvorsitzende zog eine überaus positive Bilanz der Arbeit, so dass der Fachgruppenvorstand in weiten Teilen bei den auf der Tagesordnung anstehenden Wahlen in seiner Zusammensetzung bestätigt wurde.

Für langjährige Treue zum BTB wurden die Mitglieder Ackermann, Arndt, Dinges, Föll, Hummel, Gescholowitz, Gutjahr, Jäckel, Klebe, Kraus, Krieger, Mielke, Mattheß, Lübke, Linke, Lorenz, Schneider, Spieß sowie die Kollegin Lissmann durch den Vorstand mit einer Urkunde geehrt.

Am Mittag trug Frau Wiegand-Fleischhacker vom dbb Hessen zu den Entwicklungen nach der Föderalismusreform, den anstehenden Änderungen im Dienstrecht und der Vereinbarung in den Besoldungsfragen sehr ausführlich vor.

Rege wurde über Reformen diskutiert, die immer wieder unter dem Begriff Bürokratieabbau subsumiert werden. Der Bürger weiß heute nicht mehr, an welche Stelle er sich beispielsweise in Anliegen zum Arbeitsschutz wenden kann.

Die Fachleute stellten die Frage, wie weit die, durch den Wählerauftrag legitimierten Verantwortungsträger der Politik, noch gehen wollen. Gerne wird die Verwaltung aufs Korn genommen, um Wählerinnen und Wähler zu beeindrucken. Der Politiker bericht überzeugend davon, dass ein kleiner Betrieb davon abgehalten wird, erstmals eine Frau zu beschäftigen, weil er hierfür 40.000 ¬ in eine neue Toilette investieren muss. Obwohl die Frau seit Jahrzehnten in ihrer siebenköpfigen Familie auch gemeinsam mit ihren Männern die gleiche Toilette benutzt hat. Das Volk jubelt, der Vortragende hat die Lacher und den Applaus auf seiner Seite.

Doch, wie sieht die Wirklichkeit aus, liegt es an der Verwaltung? Ist dies wirklich so? Stimmen die Kosten? Nein, die Verwaltung arbeitet nach den vorliegenden Rechtsnormen, die durch die Legislative vorgegeben werden. Also keine Willkür sondern unter Beachtung allgemein gültiger Rechte, hierzu gehört auch das Grundrecht der Würde des Menschen.

Auch ein Politiker wird wohl kaum auf eine Toilette verzichten wollen! Die Arbeitsstättenverordnung, basierend auf dem Arbeitsschutzgesetz, enthält allgemeinverbindliche Festlegungen zu der Thematik, ab wann, welche und wie viel Toiletten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereitzustellen sind.

Aber auch in Punkto Arbeitszeit geht die Entwicklung weiter, die Beschäftigten arbeiten in so genannter Vertrauensarbeitszeit, keine feste Regelung der Arbeitszeit mehr. Arbeiten bis zum umfallen, der neue Slogan Macht was ihr wollt, seid aber profitabel - Hauptsache, das Ergebnis stimmt.

Die Rollen sind klar verteilt, die Fachleute stellen sich nach den vielen Reformen mehr denn je die Frage, was will die Politik denn noch? Wollen wir wieder zurück zu den Anfängen der Industriegesellschaft, klappt es dann besser mit derDienstleistungsgesellschaft? Ist der Mensch nur noch als Wähler interessant?

Merke: Eine Wahlperiode dauert in Hessen nur fünf Jahre das Arbeitsleben in der Regel vierzig und mehr.

Nach interessanten Diskussionen und einem überaus beeindruckenden Video über die Demographischen Entwicklungen der Gesellschaft von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen nahm der neu berufene Vorstand um Harald Wörner ein umfangreiches Paket mit, um bei den in anstehenden Verhandlungen gerade den Bereich der technischen Fachverwaltung mit Nachdruck zu vertreten.


Toilette

Wert einer Toilette, ob so mancher
Politiker ihn noch zu schätzen weiß?


2. Frauentag der Fachgruppe Arbeit und Umwelt im BTB Hessen am 12.10.2006 

Zur obigen Veranstaltung lud die Frauenvertretung der Fachgruppe Arbeit und Umwelt, Frau Dr. Inge Herrmann ein. Klein aber fein, mit diesen Worten könnte man den Frauentag treffend beschreiben. Unter den Teilnehmerinnen bzw. als Referentin konnte Frau Herrmann auch die Frauenvertreterin des BTB Hessen, Frau Roswitha Geis, begrüßen.

Das umfangreiche Tagespensum beinhaltete unter anderem einen Vortrag zum Thema Chancengleichheit, insbesondere zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), welches im Juni 2006 in Kraft getreten ist. Diesbezüglich wurden die EG-Rahmenrichtlinien und deren Umsetzung in nationales Recht, die Zielsetzung des Gleichstellungsgesetzes, der Anwendungsbereich, die Wahrung von individuellen Ansprüchen, sowie die Schaffung einer Antidiskriminierungsstelle beim Bund angesprochen und diskutiert. Es wurde auch auf ungewöhnliche Verfahrensvorschriften des Rechtsgebers, wie z. B. die Spaltung in bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und die Verstaatlichung der Rechtsberatung hingewiesen.

Das Thema Frauen in Führungspositionen war ein weiterer Teil der Veranstaltung und wurde lebhaft diskutiert. Frauen wollen zwar im Beruf vorwärts kommen, doch typische frauenspezifische Verhaltensweisen behindern oft ihren beruflichen Aufstieg. So trauen sich Frauen meist zu wenig zu. Dann werdenAusreden gestrickt, wie z.B. Das kann ich meiner Familie nicht antun oder Die Verantwortung ist mir zu groß. Deshalb wurden sie in der Veranstaltung als Erfolgskiller bezeichnet. Zum Erfolgskiller gehört auch eine Gegenstrategie, die Lösungsansätze verdeutlichen soll. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass Frauen sich ihrer Stärken bewusst werden und eigene Erfolge als solche erkennen und bewerten müssen.

Weiterhin berichtete Frau Geis über verschiedene Veranstaltungen des BTB und dbb, an denen sie teilnehmen konnte, insbesondere vom dbb Bundesfrauenkongress, der vom 06. bis 07. Oktober 2006 in Potsdam unter dem Motto Frauen, Fortschritt, Zukunft stattfand.